Vier Seiten für ein Halleluja(h) - Hans-Peter Roentgen |
Cordula

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| Vier Seiten für ein Halleluja(h) - Hans-Peter Roentgen |
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Sorry an Tom: Du hattest dieses Buch bereits vor kurzem erwähnt. Aber ich stelle mich offenbar zu blöd an. Jedenfalls finde ich Deinen Beitrag nicht und deshalb nun hier als neues Thema.
Ansonsten ein Hallo an alle mit dem Wunsch, dass Ihr ein tolles Weihnachtsfest mit entspannenden Momenten hattet und Euch/uns allen ein inspirierendes Jahr voller Erfolg und Gesundheit, ein Jahr mit musischen Küssen und privatem Glück bevorsteht.
Der automatische Eintrag über die ISBN funktioniert irgendwie (noch?) nicht. Deshalb hier der Link zu amazon
Auf dieser Seite findet Ihr mehr Infos zum Autor: http://www.roentgen-software.de/
Die Wissenschaftslektorin Andrea Hinz verspricht uns auf der Buchrückseite: "Der etwas andere Schreibratgeber - ideal für Einsteiger, aber auch für Fortgeschrittene." Auf 133 Seiten (der insgesamt 164) untersucht Hans-Peter Roentgen die Anfänge von 19 Texten auf Fehler, wobei er jedem Text einen besonderen Schwerpunkt widmet. Figurenentwicklung, Spannungsaufbau, Perspektive etc.
Zunächst geht er hierbei linear vor. Das heißt, bei den ersten Texten liegen die Fehler klar auf der Hand, typische Anfängerfehler und die Schwerpunkte stellen die Grundlagen des fiktiven Schreibens dar. Mit jeder Textanalyse klettert der Autor ein wenig weiter die Leiter der Schriftstellerei empor. Gegen Mitte des Buches wird es tatsächlich immer schwerer, auf Anhieb die Macken des Textes zu erkennen. Insofern wird die durch die Buchrückseite geschaffene Erwartung auch für den fortschrittlichen Schreiberling erfüllt. Zumindest kann es nichts schaden, wieder einmal mit der Nase in mögliche Fehler gestupst zu werden und hier und da erkennt man einige, in die man persönlich vielleicht auch ganz gerne verfällt.
Dann allerdings (auf Seite 100) gibt es, jedenfalls meiner Meinung nach, einen Bruch in dieser, vom Autor zunehmend aufgebauten Erwartungshaltung, denn es folgen Texte, bei denen, wie am Anfang, die mangelnde Qualität sofort ins Auge fällt. Das hat, zumindest mich, irritiert und auch enttäuscht.
Auch die angefügten kurzen Kapitel "Rückblick", "Über den Umgang mit Kritik" und "Wie finde ich einen Verlag" sind allenfalls kurze Appetithäppchen für Anfänger und Ungeübte, in denen Hans-Peter Roentgen nur kurz und sehr allgemein die Thematik anreisst, ohne eine wirkliche Hilfe zu geben, ganz im Gegensatz zu seinen Textanalysen:
Klar, leicht nachvollziehbar und sehr sympathisch schreibt Roentgen und legt zielsicher den Finger in die häufigsten Fehler eines Schriftstellers/Autors. Insofern ist es ein absolut zu empfehlendes Buch. Und jedem Autor, der meint, bereits jenseits dieser Fehler zu schreiben, kommt die Erinnerung und die Schärfung für die Textanalyse zugute.
LG Cordula
__________________ Der Schriftsteller sucht im Grunde nicht d i e Wahrheit, sondern s e i n e Wahrheit. Erst jenseits der Aktualitäten beginnt für ihn die Wirklichkeit.
Siegfried Unseld , dt. Verleger
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29.12.2007 16:05 |
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Horst Dieter
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Dabei seit: 06.10.2005
Beiträge: 11.826
Herkunft: keine Ahnung :-)
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| RE: Vier Seiten für ein Hallelujah - Hans-Peter Roentgen |
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@cordula:
| Zitat: |
Der automatische Eintrag über die ISBN funktioniert irgendwie (noch?) nicht.
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Einfach die ISBN ohne Bindestriche oder Leerzeichen in das Feld eintragen, das nach Anklicken des Buch-Icons erscheint. Am sichersten funktioniert es, wenn man zuvor bei Amazon die ISBN kopiert.
Horst-Dieter
__________________ »Wenn unsere Überlegungen allein von Macht diktiert sind, werden wir niemals die Frage stellen können: Überleben wofür?.« (Arno Gruen)
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29.12.2007 17:31 |
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Cordula

Administrator
    

Dabei seit: 18.10.2007
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Themenstarter
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29.12.2007 18:46 |
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Michael H
Vorsitzender
  

Dabei seit: 13.10.2005
Beiträge: 8.500
Herkunft: Dresden/München
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hallo cordula,
ich habe das buch schon vor wochen bestellt, aber es ist noch nicht da. wo hast du dein exemplar her? nein, es gab hier noch keine vorstellung davon.
viele grüße,
michael
__________________ Die dicksten Bauern haben die größten Kartoffeln.
http://www.michaelhoefler.de
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29.12.2007 20:25 |
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Horst Dieter
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Dabei seit: 06.10.2005
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Herkunft: keine Ahnung :-)
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| Zitat: |
Original von Michael Höfler
…nein, es gab hier noch keine vorstellung davon.
viele grüße,
michael |
doch, hier
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29.12.2007 21:48 |
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Charly
Schreibgeselle
 

Dabei seit: 03.11.2006
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| Zitat: |
Original von Michael Höfler
hallo cordula,
ich habe das buch schon vor wochen bestellt, aber es ist noch nicht da. wo hast du dein exemplar her? nein, es gab hier noch keine vorstellung davon.
viele grüße,
michael |
Habe es direkt beim Verlag bestellt und innerhalb drei Tagen gehabt.
Mir sagt das Buch zu. Obwohl Sol Stein nicht nur erwähnt wird, sondern eigentlich einiges von "Über das Schreiben" heraussticht - ich bin der Meinung dort steht (fast) alles drin, was ein Schreiber beherzigen sollte - merkt man Herrn Roentgens Forenerfahrung an diesem Büchlein.
Aber ich denke, das kann es nicht gewesen sein.
Und dann: Obwohl das eigentlich mit der Lektüre nix zu tun hat (oder doch?), bin ich über seinen Internetauftritt Textkraft enttäuscht.
Mir kommt es so vor, als wolle Herr Roentgen mit seinem Büchlein Appetit auf mehr machen.
Ich meine, das Büchlein selbst ist nicht zu teuer. Aber wenn man es durchgearbeitet hat, will man mehr wissen ...
__________________ Gruß Charly
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Charly: 29.12.2007 23:03.
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29.12.2007 23:01 |
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Michael H
Vorsitzender
  

Dabei seit: 13.10.2005
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| Zitat: |
Original von Horst Dieter
…nein, es gab hier noch keine vorstellung davon.
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das kenne ich natürlich. dort hatte es ja noch keiner gelesen und besprochen.
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29.12.2007 23:20 |
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Michael H
Vorsitzender
  

Dabei seit: 13.10.2005
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Bisher galt der Rat, dass man auf Schreibratgeber tunlichst verzichten sollte. Die Sache könnte sich nun ändern, wo Hans-Peter Roentgen einen Leitfaden für Autoren "der etwas anderen Art" herausgebracht hat, wie der Untertitel verspricht.
Statt nur pauschale, globale Ratschläge zu geben und einzelne Sätze isoliert zu betrachten, wie das bisherige Schreibfibeln meist tun, bespricht Roentgen 17 Entwürfe von Romananfängen angehender Autoren. Dabei konzentriert er sich auf die Hauptschwächen eines Textes hinsichtlich Perspektive, Info-Dump, Vorhersehbarkeit, Spannung, Originalität Tempus, etc. Dazwischen finden sich Merksätze und Übungen, die aus den Schwächen des betreffenden Textes abgeleitet sind. Am Ende folgen noch ein paar recht allgemein gehaltene Tipps zu Umgang mit Kritik und Verlagssuche, sowie ein Glossar, das wieder mit vielen Tipps daherkommt.
Die Schwächen der Texte sind oft sehr offensichtlich, was das Buch eher zu einem Einsteigerwerk macht. Roentgen verweist auf die Reihenfolge der Entwicklung von Figur, Plot etc., in der normalerweise ein guter Text entsteht; allerdings gelingt es ihm nicht, das stringent mit den Textbeispielen zu parallelisieren. Auch hätte das Buch noch ein wenig einheitlicher und besser geschrieben sein können. Ärgerlich ist der schmalrandige Großdruck des Lerato-Verlags mit den sperrigen Überschriftboxen, bei dem noch nicht einmal für die Textbeispiele eine andere Schriftart genommen wurde. Dennoch ein für Schreibanfänger sehr nützliches Buch. Kein Werk, bei dem man laut "Halleluja" ruft, aber ein kleines "da schau her" ist schon drin.
edit: überarbeitet
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04.01.2008 20:01 |
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Cordula

Administrator
    

Dabei seit: 18.10.2007
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Themenstarter
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| Zitat: |
17 Entwürfe von Romananfängen
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Sorry Michael, aber ich bestehe auf meinen 19 Texten
Außerdem irritiert mich, dass Du Deinen Beitrag so komplett formuliert hast, als gäbe es noch keine Buchvorstellung. Wir beide haben doch beinahe in allen Punkten das gleiche geschrieben???Ist es nicht hilfreicher, bei einer bestehenden, relativ ausführlichen, Buchvorstellung nur noch das zu posten, was ergänzend ist oder wo widersprochen wird?GrußCordula
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Siegfried Unseld , dt. Verleger
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05.01.2008 10:23 |
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Michael H
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Dabei seit: 13.10.2005
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hallo cordula
| Zitat: |
Original von Cordula
17 Entwürfe von Romananfängen
Sorry Michael, aber ich bestehe auf meinen 19 Texten
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mag sein, dass du recht hast. ich habe nur im inhaltsverzeichnis gezählt und da lässt der druck nicht erkennen, ob es ein text oder die besprechung eines solchen ist (noch so ein punkt zum thema liebloser druck).
| Zitat: |
Außerdem irritiert mich, dass Du Deinen Beitrag so komplett formuliert hast, als gäbe es noch keine Buchvorstellung. Wir beide haben doch beinahe in allen Punkten das gleiche geschrieben???Ist es nicht hilfreicher, bei einer bestehenden, relativ ausführlichen, Buchvorstellung nur noch das zu posten, was ergänzend ist oder wo widersprochen wird?GrußCordula |
ich habe hier nur meine amazon-rezension reinkopiert, daher die starke überlappung. ich habe deine rezension vorher aber nur überflogen. normalerweise mache ich es so, dass ich dann zusätzlich noch ein paar zeilen dazuschreibe.
wir sind uns wirklich beim meisten einig. du hast recht, dass bei den beispieltexten in der mitte die schwächen nicht mehr so offensichtlich sind. ich fand sie meist langweilig, ohne gleich sagen zu können warum.
viele grüße,
michael
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05.01.2008 10:42 |
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Tom
Nobelpreisträger
 

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Der ungarische Schriftsteller Ferenc Molnár sagte: Manch einer verdankt seinen Erfolg den Ratschlägen, die er von anderen nicht angenommen hat. Das sehe ich prinzipiell ähnlich. Schreibratgeber, insbesondere solche, die Patentrezepte für den Erfolg zu liefern behaupten, habe ich immer gemieden. Was mir tatsächlich geholfen hat, um die eigenen Schwächen zu erkennen und meine Texte, meinen Stil und dramaturgische Komponenten zu verbessern, war die konkrete Arbeit am Text, gemeinsam mit anderen Autoren. Genau dieses Prinzip hat Hans Peter Röntgen seinem Buch "Vier Seiten für ein Halleluja" zugrunde gelegt.
19 angehende Schriftsteller haben Romananfänge zur Verfügung gestellt, jene (ersten) vier Seiten, anhand derer Redakteure und Lektoren entscheiden, ob sie dem Projekt mehr Aufmerksamkeit widmen. Röntgen hat diese Texte durchgearbeitet, analysiert, kritisiert und verbessert. Ja, tatsächlich verbessert. Anhand der Textproben von durchaus unterschiedlicher Qualität - manchmal springen die Fehler nachgerade ins Auge, manchmal meint man, einen Text vor sich zu haben, der eigentlich recht okay ist - zeigt der Autor, der auch Textworkshops und Seminare anbietet, welche Kardinalfehler gemacht werden, vom Infodumping über perspektivische Probleme bis hin zum verdammten 'Deus ex machina', aber auch, welche geringfügigen Fehlentscheidungen später zur Katastrophe führen können. Jede Text steht mehr oder weniger exemplarisch für ein Problemfeld, manchmal für mehrere gleichzeitig. Diese erläutert Röntgen parallel zur Arbeit am Text, liefert schließlich noch Beispiele und anschauliche Übungen. Der Leser erlebt mit, wie sich der Text verändert, hin zum Besseren. Dies geschieht auf einleuchtende Weise, humorvoll und keineswegs oberlehrerhaft. Auch Hans Peter Röntgen weiß, dass es keinen Königsweg gibt, aber es geht in erster Linie um das Erkennen der Schwächen, und nicht um Leitlinien á la "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt". Insofern ist "Vier Seiten für ein Halleluja" auch kein Schreibratgeber, obwohl das Wort im Subtitel auftaucht, sondern eine lehrreiche und sehr nachvollziehbare Fallstudie, die durchaus geeignet sein dürfte, einen spürbaren Fortschritt auf der Lernkurve zu machen.
Wer nicht die Möglichkeit hat, sich mit erfahrenen Autoren über seine Projekte auszutauschen, sollte dieses Buch aufmerksam lesen und versuchen, die Erkenntnisse auf die eigene Arbeit zu übertragen. Das dürfte weitaus hilfreicher sein als das Abarbeiten vermeintlich erfolgversprechender Kochrezepte. Ich wünschte, es hätte dieses Buch schon gegeben, als ich mit dem Schreiben begonnen habe. Es hätte mir viel Mühe erspart.
__________________ Herzlich,
Tom
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15.01.2008 14:43 |
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