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Autor Beitrag
Thema: Anna Seghers: Das siebte Kreuz
aham

Antworten: 11
Hits: 284
22.07.2010 15:56 Forum: Buchvorstellungen (öffentl. Forum)


Gerald Drews schrieb:

"Ich war grade auf dem Weg, mich ganz furchtbar zu schämen, weil ich das Buch wohl als einziger langweilig finde - und dann kommst DU daher.

Übrigens hat zwar Anna Seghers was mit der DDR zu tun, und zwar mehr als genug. Das Buch entstand aber meines Wissens 1939. Da war dieses Ländle noch ferne Zukunft ... Bei aller Betroffenheit. "

Nach meiner Meinung bleibt es sich gleich, ob Du braune oder rote Faschisten auf der Pelle hast. Geschichte wiederholt sich nun mal ständig - mit neuer Besetzung. Nach Lessings Zeiten sollte das Literaten bekannt sein. Ich kann dem nur entnehmen, daß Du die Rolle eines politisch Verfemten und Verfolgten in einer Diktatur - gleich welcher Coleur - nicht kennst.

aham
Thema: Anna Seghers: Das siebte Kreuz
aham

Antworten: 11
Hits: 284
22.07.2010 12:13 Forum: Buchvorstellungen (öffentl. Forum)


Ich bin nun weiß Gott KEIN Literaturkritiker, eher ein Kritiker derselben.

Obendrein ist mein Zugang zum "Siebten Kreuz" sicherlich ein ganz anderer als bei den meisten Nutzern dieses Forums hier. Anna Seghers Buch war schon vor mehr als einem halben Jahrhundert Pfichtlektüre im Deutschunterricht der DDR, und ich besaß es dank der Beziehungen meines Vaters sogar in einer gebundenen Ausgabe zum Preise von damals 2, 50 MDN. Ansonsten gab es DDR-Reclam-Klassensätze. Ich habe es oft und gründlich gelesen, immerhin war die Autorin die Vorsitzende des Schriftstellerverbandes und somit verbindliche Vorschrift.

Als Gymnasiast hatte ich allerdings noch keine Ahnung davon, was ich da lese. Es fehlte an der eigenen Betroffenheit, um diese Art von Literatur richtig verstehen zu können.

Als "DDR-Partisan" wurde auch ich dann einmal in der ganzen Republik gesucht. Es stand meine von der Stasi beschlossene "Übersiedlung aus pol.(itisch)-op.(erativen) Gründen" an, und man war in Angst, daß ich diese bereits selbst - also vorzeitig - betrieben oder gar zum Mittel der "Totalausreise" (so wurde damals der politisch motivierte Suizd bezeichnet) gegriffen haben könnte. Schließlich wollte die Stasi ihre "Allmacht" nicht aus der Hand geben - selbst im Herbst 1989 mußten die Prager Bootschaftsflüchtlinge ja noch einmal ordentlich gestempelt durch die DDR zurück ausreissen.

Mittlerweile reichen bei mir nicht einmal mehr 70 "Mitstreiter(innen)", welche ich vorzeitig ins Gras habe beißen sehen - schon zur DDR-Zeit, aber auch noch nach der "Wende". Mit einer 90jährigen Wolgadeutschen, welche über den kleinen "Umweg" Kasachstan Mitte der 80er als Aussiedlerin in das "Zonenrandgebiet" kam, verstand ich mich trotz Sprachschwierigkeiten bestens - zur Not auch WORTLOS, mein Russisch war noch viel schlechter als ihr Deutsch...

Kein bundesdeutscher Intellektueller hat hingegen unsere Lebenssituation und -erfahrung auch nur ansatzweise verstanden - trotz der gleichen Sprache! Es herrscht hier die absolute UNFÄHIGKEIT.

Aber auch hierzulande herrscht eine erschreckende "Banalität" und "Normalität" über und neben einem kriminellen Kapitalismus. deren Nutznießer und vor allem Propagandisten DAS auch gar nicht verstehen WOLLEN. Anna Seghers hat sich nach meinem Dafürhalten redlich gemüht, eine solche Diskrepanz für ihre Zeit zu skizzieren. Da kann "Normalität" schon ermüden - und dramatisches Geschehen belanglos daherkommen.

aham

P.S.

Da nach den Jahrzehnten die Beschreibung der Stasi ohnehin nicht mehr auf mich zutrifft, gebe ich sie hier exemplarisch zur Kenntnis:

"Beschreibung des Ehepaares xxx
xxx Größe 180-185cm, schlanke Gestalt, eingefallenes Gesich, blasse Gesichtsfarbe, graugrüne Augen- dunkles, kurzes Haar, leicht gewellt, ohne Scheitel , Ohren unbedeckt, gerader Haaransatz - getrennte Augenbrauen, bedecktes Oberlid, geradliniger Nasenrücken - Oberlippenbart, dicke Lippen, breites Kinn - auffallender Kehlkopf - straff-sportliche Haltung - sächsischer Dialekt - korrekte Kleidung, vermutlich Jeansanzug, mit Fahrrad unterwegs, führt Wanderrucksack mit sich"

Fernschreiben des Oberleutnants der K.(riminalpolizei), Grenzoffizier, an alle (ca 250) Grenzoffiziere der VPKA (Volkspolizeikreisämter): "Seit dem xxx sind das Ehepaar xxx abgängig und unbekannten Aufenthaltes...Rückantwort per FS (Fernschreiben) bis 16.00 erforderlich, weil davon weitere Maßnahmen abhängig sind."
Thema: Anthologie Dark Vampire
aham

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01.07.2010 22:00 Forum: Eigene Veröffentlichungen (öffentl. Forum)


Maren schrieb:

"Diese Anthologie ist das Ergebnis der Geisterspiegel-Ausschreibung, Thema waren düster-erotische Vampirgeschichten...

...die Vampire sind allesamt meilenweit von Biss-Vampiren entfernt....
In einigen Geschichten ist bisschen Erotik drin, die meisten sind aber vor allem düster. Eben was für Leute, die auf klassische Vampire stehen und nicht auf weichgespülte Kuschel-Vampir-Lover."

Eigentlich äußere ich mich sehr rar über zeitgenössische Werke- aber was zuviel ist, ist eben zuviel:

"Geisterspiegel"..."Biss-Vampire"..."klassische Vampire"..."Kuschel-Vampir-Lover"...

... ich bin völlig unfähig, diese Reihe noch zu untertunneln. Was ist das alles und wo soll das hinführen? Vampire gab es nie, gibt es nicht und wird es nie geben! Ich kann nur die armen Bäume bedauern, die dafür vernutzt werden...

aham
Thema: Würden ...
aham

Antworten: 19
Hits: 424
27.06.2010 22:46 Forum: Café (öffentl. Forum)


@ blaustrumpf

Mein Postfach ist immer schön "ausgemistet"! Warum schickst Du nicht mir die PNs?

aham
Thema: Fußball ist was für Kinder ...
aham

Antworten: 8
Hits: 285
27.06.2010 22:41 Forum: Café (öffentl. Forum)


"Footballer", "Socker" und Co. sind moderne Gladiatoren - und damit für jung und alt gut zur Ablenkung von den wahren Problemen in der Gesellschaft.

aham
Thema: Mein Staat kauft Hehlerware
aham

Antworten: 54
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08.05.2010 09:41 Forum: Café (öffentl. Forum)


Moin Horst Dieter - auch schon hier?

Nun streiten wir uns doch nicht schon wieder "um des Caysers Bart". Ich habe lediglich DEINEN Ball (Wort) aufgegriffen und citirt.

Wenn es Dich saticifirt, setze ruhig statt "prophezeien"

vorhersagen, voraussehen, prognosticiren, anticipiren etc. pp. ein.

Vielleicht findest Du ja auch noch ein Dir genehmeres Synonym.

Wie wäre es mit "geweissagt"?

Oder wird das nicht nach der Reform "geweißagt" geschrieben? Interessiert mich nicht.

aham
Thema: Mein Staat kauft Hehlerware
aham

Antworten: 54
Hits: 1.370
08.05.2010 09:17 Forum: Café (öffentl. Forum)


Horst Dieter schrieb:

"Über »kurz« wurde das schon oft prophezeit: von Karl Marx über die Zeugen Jehovas bis aham. Da kurz nicht funktioniert hängt man dann eben »lang« an. Das wird schon irgendwann stimmen"

Meine Tante Agnes hatte schon gleich 1933 den Fall des 1000jährigen Reiches prophezeit und dieses dann nach nationalsozialistischer Zeitrechnung um ziemlich genau 3000 Jahre überlebt.

Ein Großvater von mir, der 1951 verstorben ist, hatte schon zu seinen Lebzeiten die Mauer prophezeit - die zwar erst 10 Jahre nach seinem Tod, aber dann für 28 Jahre kam.

Ich habe seit Anfang der 70er prophezeit, daß der Kommunismus scheitern wird - und paradoxerweise diese höchstentwickelte und "letzte" Gesellschaftsform der Menschheit überlebt!

Wenn ich schreibe, über kurz oder lang wird auch dieser kriminelle Kapitalismus scheitern, dann genau deshalb, weil es mir scheißegal ist, WANN das passieren wird. Sollte ich das noch erleben dürfen, würde mich das dann freuen - ich kann aber auch dankend darauf verzichten, weil ich schon 1989 genügend Genugtuung für ein Leben erfahren habe.

Für den Organismus Menschheit dagegen wäre es besser, wenn den Globalkriminellen möglichst schnell das Handwerk gelegt würde, weil sonst diese unwürdige Gesellschaftsform wirklich zur letzten und "höchstentwickelten" werden könnte.

Aber vielleicht liegt DAS ja in der Natur der Dinge?

aham
Thema: Mein Staat kauft Hehlerware
aham

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07.05.2010 21:41 Forum: Café (öffentl. Forum)


siempre schrieb

"aber ohne steuern würde unser gesellschaftssystem ja auch nicht funktionieren oder?"

Ohne Steuern, Zölle, Zehnt und solcherley Abgaben ging es nie. Aber angesichts des krebsartigen Wachstums der Unsummen, um die es mittlerweile geht, gebietet es die Vernunft, an diesem wahnsinnigen Verbrechen so wenig wie nur möglich persönlich teilzuhaben.

Und jeder kann sich so vernünftig verhalten, daß er mit dem Finanzamt überhaupt nichts zu tun bekommt. Ich habe das mein Leben lang geschafft - und bin nun alt genug, es nie mehr zu müssen. Und auch in allen anderen Bereichen - sprich Consumtion etc. - unterstütze ich diesen Staat nur so minimal, wie es eben nur geht.

Etwas anderes hat sich diese "Blase" auch nicht verdient. Wenn hierzulande nicht schon seit Minimum 1871 der "Verrat der Intellektuellen" herrschen würde, hätte man diese "Blase" auch schon längst austrocknen können. So stürzt uns die Unvernunft der Verbildeten und Verblödeten und Dressierten über kurz oder lang in den Abgrund.

aham
Thema: Mein Staat kauft Hehlerware
aham

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07.05.2010 19:53 Forum: Café (öffentl. Forum)


...und mein Staat damals war Hehler, und Waffenschieber, und Drogenhändler und und und...

Ich glaube kaum, daß sich da mittlerweile etwas verbessert hätte.

Und empfehle jedem, möglichst wenig Steuer für einen Staat zu erzeugen - das Geld wird doch sowieso nur mißbraucht, wie es die "am Drücker" gerade brauchen.

Mit dem Finanzamt sollte ein vernünftiger Mensch nun schon gar nichts zu tun haben.

aham
Thema: Huhu:-)
aham

Antworten: 18
Hits: 485
06.05.2010 17:51 Forum: Vestibül (öffentl. Forum)


Herzlich willkommen!

Grüß Thomas Morus von mir, wenn Du ihn triffst. Ich war schon lange nicht mehr in Utopia - ist ein paar Jahrzehntchen her.

aham
Thema: alkohol im straßenverkehr
aham

Antworten: 12
Hits: 374
05.05.2010 21:47 Forum: Café (öffentl. Forum)


Achim W. schrieb:

"Erinnert mich aber an gewisse alte Zonenwitze..."

Aber wirklich nur GEWISSE...!

Das erinnert mich aber auch an gewisse NEUE Zonenwitze...

aham
Thema: Ölteppich im mexikanischen Golf
aham

Antworten: 36
Hits: 1.020
05.05.2010 21:40 Forum: Café (öffentl. Forum)


Mir ist niemand bekannt, der die Erlaubnis gegeben hätte, Erlaubnisse - wie die, nach Öl zu bohren etc. - zu geben.

aham
Thema: DKZ Verlage scheitern erneut vor Gericht
aham

Antworten: 33
Hits: 3.130
05.05.2010 21:29 Forum: Schaukasten (öffentl. Forum)


Heute ist mal kein KZ-Verlag vor Gericht gescheitert. Endlich kommt Bewegung in die Sache!

aham
Thema: Vorstellung antara, Klappe die, ähm wievielte? Oh die Erste? Na dann: Thread ab!
aham

Antworten: 25
Hits: 790
26.02.2010 12:02 Forum: Vestibül (öffentl. Forum)


Herzlich willkommen! aham
Thema: Heike hat Geburtstag ...
aham

Antworten: 10
Hits: 384
25.02.2010 21:38 Forum: Café (öffentl. Forum)


Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

aham
Thema: Die erste Frau der Kirche fällt ...
aham

Antworten: 73
Hits: 2.025
25.02.2010 21:32 Forum: Café (öffentl. Forum)


Amos schrieb

"Oder sollte ich davon ausgehen, daß einem ganz normalen Streifenpolizist bei Ausübung seiner Tätigkeit, bei dem Namen Käsmann, gleich Position und Amt der pustenden Dame einfällt und die Presse und was weiß ich benachrichtigt? Wohl kaum, aber wer dann?"

Wem nutzt es denn, eine unbequeme Kritikerin losgeworden zu sein? Wie üblicherweise staatlicherweise Probleme mit einer "moralischen Instanz" wie der Kirche gelöst werden, kam ja in der Wende ein klein wenig zum Vorschein:

"Hauptabteilung XX/4 (der Staatssicherheit) Treffbericht 19.9.1972 15-18 Uhr 30 Kontaktperson (KP)Regina
Im Verlaufe des Gesprächs teilte sie mit, daß sie...eine schriftliche Bewerbung (bezüglich einer Stelle als Sekretärin beim Bund der evangelischen Kirchen der DDR) bei dem XXX abgegeben habe...

XXX versprach ihr, am Montag, den XXX 1972 mit XXX über ihre Einstellung zu sprechen. Er zeigte sich diebezüglich sehr optimistisch. Bei dem Gespräch ging sie auch darauf ein, welche Möglichkeiten die Kirche hat, ihr bei der Erlangung der Fahrerlaubnis behilflich zu sein.XXX zeigte sich hierzu sehr reserviert und teilte ihr mit, daß es nur für kirchliche Vertreter und dann nur in begrenztem Maße möglich ist, diese über "GENEX" (d.h. mit Devisen) eine Fahrerlaubnis absolvieren zu lassen...

In diesem Zusammenhang teilte sie (die KP) mit, daß der XXX stets Alkohol trinkt, wenn er mit dem PKW fährt. Wir unterhielten uns dann kurz, daß das eine Möglichkeit wäre, um XXX die Fahrerlaubnis abzunehmen. Wenn sie dann die Fahrerlaubnis hat und er keine, würde er sich bestimmt darum bemühen, daß sie seine Sekretärin (und Fahrerin) wird. Sie würde uns dann in Kenntnis setzen, wenn er Alkohol zu sich genommen hat und anschließend fahren will...

Sie wurde diesbezüglich beauftragt, den Kontakt zum XXX zu festigen und in Erfahrung zu bringen, von wem er das Rauschgift erhält...nächster Treff: 26.9.1972 Bartnitzek Leutnant"

"Hauptabteilung XX/4 Treffbericht IM Micha (=KP Regina) 20.2.73 19-21 Uhr 30 Ort: IMK Stadion

...Am 16.2. 1973 fand in der Zeit von 18 Uhr bis 17.2. 4 Uhr der Karneval in der Dienststelle ("Bund der evangelischen Kirchen in der DDR") statt...

Ihr ( Michas) Erscheinen wirkte sehr sensationell...Kurze Zeit später kam XXX und begrüßte sie als einziger mit Handschlag am Tisch. Wie der IM feststellen konnte, ließ er keinen einzigen Blick von ihr...

XXX tanzte desöfteren mit ihr...

Der XXX war ihr gegenüber wie ausgewechselt. Bisher hat er sie überhaupt nicht beachtet. An diesem Abend nutzte er jede Möglichkeit, um mit ihr zu flirten...Er will... zu ihr in die Wohnung...

Der XXX bemühte sich ebenfalls um sie. Er wollte sie mehrmals küssen... Er lud sie ein, mit ihm in Berlin einmal auszugehen. Er selbst ist desöfteren in der Nachtbar im Interhotel "Stadt Berlin"...

XXX war nicht am Karneval anwesend. Vermutlich wollte er sich nicht kompromittieren. Er sagte dem IM gegenüber einmal: "Wenn ich Alkohol getrunken habe und lustig bin, vergesse ich meine Umwelt."

...Zu all den Kontakten, die sie während des Karnevals angeknüpft hatte, wurde ihr folgende Verhaltenslinie gegeben:

...Das Verhältnis zu XXX soll sie ebenfalls enger gestalten. Sie soll seinem Wunsch entsprechen und ihn zu sich einladen...Nächster Treff 27.2.1972 um 19 Uhr Bartnitzek Leutnant"

"Hauptabteilung XX/4 Treffbericht IMV Micha 3.1.74 17 Uhr 30 bis 19 Uhr Ort IMK Falke

Am anderen Tag wollte Micha kurz vor Dienstbeginn in ein Zimmer in der 1. Etage gehen. Es war von innen verschlossen. XXX schloß von innen auf. Er selbst war angezogen. Im Zimmer befand sich noch der XXX aus XXX. Dieser war im Schlafanzug... Micha ist der Überzeugung, daß XXX homosexuell veranlagt ist (in der DDR ein Straftatsbestand !)"

..........

"Ihre Fahrerlaubnisprüfung hat sie mit Erfolg bestanden. Die Erweiterung in ihrer Fahrerlaubnis muß jedoch mit einem VP-Stempel aus KM-Stadt (Karl-Marx-) durchgeführt werden... Über Fahrbereitschaft KM-Stadt die Fahrerlaubnis von I auf IV erweitern... Nächster Treff: 3.9.74 17Uhr 30 IMK Falke Bartnitzek Leutnant"

"Hauptabteilung XX/4 Treffbericht IM(B) Micha 6.11.74, 17 Uhr 30 - 22 Uhr Ort: IMK Falke Mitarbeiter: Hauptmann Kullik

...Rüste des Sekretariats des Bundes des Evangelischen Kirchen in der DDR vom XXX in XXX Krs. XXX. An der Rüste nahmen folgende Personen teil: XXX ... Über die beiden letztgenannten wurde bekannt, daß sie von der Tochter des XXX an den Bund vermittelt wurden... Auffällig ist der Micha, daß beide keine kirchlichen Bindungen haben, sich gerne in Vergnügungsstätten aufhalten und es anscheinend mit der Moral nicht so genau nehmen. Bei der Rüste ging es um eine kirchliche Unterweisung der Mitarbeiter. Zum Abschlußabend fand mit alkoholischen Getränken und Tanz ein Beisammensein im kirchlichen Objekt in XXX statt. An diesem Abend suchte der XXX gezielt den Kontakt zu Micha. Nachdem der IM (Micha) mit mehreren Angestellten des Bundes getanzt hatte und dabei immer von XXX beobachtet wurde, gingen von XXX Aktivitäten aus, zum IM intime Beziehungen aufzunehmen. Nach Abschluß des Abends ging XXX gemeinsam mit dem IM unter dem Vorwand, Zigaretten aus seinem Zimmer zu holen in sein Zimmer, stellte einen Stuhl vor die Tür, die nicht verschließbar war. Dabei kam es zu intimen Beziehungen. Am nächsten Tage sagte XXX zum IM, daß er sie völlig falsch eingeschätzt habe. An den darauffolgenden Tagen zeigte er sich dem IM gegenüber besonders freundlich bei Begegnungen im Sekretariat des Bundes...

Micha berichtete, daß unter den weiblichen Kräften des Sekretariats ausgesprochene Eifersuchtsszenen herrschen, daß jeder jeden beobachtet und daß alles an Neuigkeiten durchgehechelt wird. Dadurch ist es dem XXX verhältnismäßig leicht, über die Mitarbeiter und Angestellten des Bundes in Erfahrung zu bringen, was er über sie wissen will. Nächster Treff 21.11.74 17 Uhr 30 Falke
Auftrag: Kontakt zu XXX festigen... erneut einladen lassen, nicht aufdringlich werden und abwarten, wie XXX das Verhältnis zu ihr gestaltet"

Mit freundlichem Gruß

aham
Thema: Wikipedia ist da, wenn Ihr sie braucht, jetzt werdet ihr gebraucht!
aham

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24.02.2010 20:10 Forum: Infostand (öffentl. Forum)


@ Ulli

Der Streitpunkt ist und bleibt wikipedia.

@ Horst Dieter

Du hast geschrieben:

"1. Wikipedia ist für ein Quellenstudium nicht geeignet. Der Brockhaus aber auch nicht. Allerdings kann Wikipedia inzwischen beim Quellenstudium helfen, weil bei zahlreichen Artikeln (längst nicht allen) Quellen angegeben werden und zwar genauer, als das eine allgemeine Google Recherche ergeben kann."

Ich bin mit einer Bibliothek großgeworden, da war nur das Beste vom Besten versammelt (was auch daran lag, daß z.B. 1961 Bücher in Magdeburg, Erfurt, Halle etc. zu Kilopreisen verramscht wurden - Papier 1 Ostmark, PERGAMENT 2...). Und ich kenne demzufolge die lexikalischen Einträge zu meinen Interessensgebieten von vor 1850 bis kurz vor 1933 ziemlich genau. Diese wurden von fachlich führenden Köpfen ihrer Zeit verfaßt - oft mit vielen Quellen - und Querverweisen, wie sich das gehört. Darüber hinaus standen mir die führenden Fachbibliograhien auf diesen Gebieten zur Verfügung. Ich bestreite deswegen den enzyklopädischen Anspruch von wikipedia energisch, weil ich bis dato nur einen geringen Bruchteil des lexikalischen und bibliographischen Wissens finde, welches mir schon vor Jahrzehnten zur Verfügung stand. Und das kann ja nicht der Weisheit letzter Schluß sein! Von einer Enzyklopädie erwarte ich wenigstens den Hinweis auf die führenden Monographien und Bibliographien zur Thematik - und nicht so ein zufällig zusammengewürfeltes Sammelsurium oder ein "leeres" Stichwort oder sogar gar nichts.

Ich weiß nicht, was DEIN google anzeigt - aber bei mir zeigt der Bildschirm so im Schnitt 300 bis 400 Verweise an - und mit Hilfe einer speziellen Funktion zur Suchwiederholung dann auch 1000, wobei sich dann einiges wiederholt. Nun will ich mal determinieren:

1. wikipedia ist nicht dabei oder steht zwar recht weit oben, zeigt mir aber nur an: Artikel muß noch erarbeitet werden... wurde gelöscht von dem und dem selbsternannten großen Zampano wegen dem und dem Streit mit dem und dem Autoren...usw. bla bla bla. Dann ist das Suchergebnis gleich Null über wikipedia. Wenn nun die 999 anderen Einträge incl. deren Links, Quellenangaben etc. auch nur eine brauchbare Information abgeben - meist sind es aber Dutzende bis Tausende! - dann hätte ich schon unendlich mal mehr gefunden als das nichtssagende wikipedia. Und genau das ist in meinen aktuellen Interessengebieten der Regelfall.

2. wikipedia hat einen mehr oder minder großen Eintrag mit mehr oder weniger vielen Quellenangaben - dann stehe ich immer vor dem Problem, wie seriös und fachlich versiert hier gearbeitet wurde - und soweit ich das selbst beurteilen kann, ist das Ergebnis ungenügend und ich kann besser zu meinen Aufzeichnungen greifen - und soweit ich das Problem noch nicht überblicken kann, vergleiche ich dann auch lieber mit den anderen 300 bis 400 und im Zweifelsfall allen 999 anderen Einträgen (und deren Verweise und Quellen), um dann über wikipedia nur noch dern Kopf schütteln zu können.

Was also nützt mir wikipedi? Einen alten Sch...


Desweiteren hast Du geschrieben:

"2. Wer Zeilen in kurzer Zeit erarbeiten möchte, der ist bei Wikipedia, bei der Bild-Zeitung, bei Zeno.org, bei Google (auf das du ja so groß setzt) und was weiß ich sonst noch gut aufgehoben."

Vielleicht habe ich das so noch nicht deutlich genug herausgestell - ich glaubte eigentlich schon - oder Du willst das mal wieder nicht "in Zusammenhang" gebracht haben:

Meine Priörität liegt eindeutig auf der Arbeit mit Medium Buch in den besten Bibliotheken, welche es zu meinen Interessengebieten gibt (ergänzt natürlich durch Archivrecherchen). Ich setzte überhaupt nicht groß auf google & co., sondern habe mir lediglich erlaubt, die Bedeutung von wikipedia mal etwas zu relativieren, weil diese online-enzyklopädie im günstigsten Fall- wenn überhaupt etwas - 1 Promille einer google- Recherche erbringt, und auch dann desöfteren nur ein "leeres", inhaltsloses Stichwort. Andere Ergebnisse sind dagegen i.d.R. nicht inhaltslos. Ich muß hier doch hoffentlich nicht extra erwähnen, daß auch die umfangreichste Internet-Recherche nur erste Anhaltspunkte liefern kann, mit denen dann weiterrecherchiert werden muß. Ich setze also überhaupt nicht "groß" auf google & co., und auf wikipedia schon gar nicht.

Mit freundlichem Gruß

aham
Thema: Wikipedia ist da, wenn Ihr sie braucht, jetzt werdet ihr gebraucht!
aham

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24.02.2010 13:27 Forum: Infostand (öffentl. Forum)


Horst Dieter schrieb:

"Und er ist noch nicht einmal in der Lage, durch seine Penetranz abgerungene Erwiderungen auf seine anmaßenden Postings zu verstehen und angemessen darauf zu erwiedern. Da fällt mir nur das - mir sonst nicht sehr genehme - neudeutsche Wort »merkbefreit« ein"

Lieber Horst Dieter!

Und was soll das jetzt schon wieder? Seit wann schreiben wir "er"? Über die Köpfe der betreffenden Leute hinweg?

Ich könnte mich mit derselben Berechtigung hinstellen und schreiben, daß Du - hinsichtlich meiner Lebenserfahrung und Lebenseinstellung - "merkbefreit" wärst - aber ich mache so etwas grundsätzlich nicht. Was ist denn das für ein Niveau? Willst Du hier den Eindruck des Streites unter alten, sturen Männern provociren? Ich habe in den letzten Jahren genügend Leute in ihren ideologischen Schützengräben sterben sehen - unversöhnt bis in den Tod. Ohne mich!

Ich habe einen Gedanken bei meinem Posting zu wikipedia noch weggelassen, möchte ihn bei dieser Gelegenheit aber ergänzen, um jetzt nicht als Hardliner zu erscheinen:

Es ist eine kleine, einfache Determination:

1. Wer Wert auf gründliches Quellenstudium und eine gleichbleibende, möglichst hohe Qualität des Fachwissens möchte, der sollte um wikipedia einen großen Bogen machen.

2. Wer in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Zeilen "erarbeiten" möchte (Zeilenschmiergeldempänger, Vielschwafler etc.), ist bei wikipedia bestens aufgehoben. Das paßt dann schon. Zeitgeistreisende sollte man nicht aufhalten.

Mit freundlichen Grüßen

aham
Thema: Wikipedia ist da, wenn Ihr sie braucht, jetzt werdet ihr gebraucht!
aham

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23.02.2010 22:56 Forum: Infostand (öffentl. Forum)


@ blaustrumpf

Ich arbeite gar nicht auf dem Gebiet der DDR-Geschichte etc., weil hier nichts als "Nebelgranaten" geworfen werden. Kein Wunder, weilen die Verantwortlichen für den Schlamassel ja noch immer unter uns!

Auch wenn ich mich wiederhole: Ursprünglich wollte ich einige meiner fortgeschritteneren Texte (frühgeschichtlichen Inhalts) mal hier einer sprachlichen Bewertung unterziehen lassen. Auch ich habe dieses Forum zunächst eine kleine Weile "unter Beobachtung" gestellt und befunden, daß genau dann, wenn eine Frau wie habibi hier ganz gut aufgehoben schien, ich es auch mal probiren könnte. Nun will ich allerdings die Erfahrung von habibi in den Wochen nach meiner Registrierung nicht noch mal wiederholen - ich gehöre grundsätzlich nicht zu den Leuten, die das Fahrrad noch einmal erfinden wollen.

Ich kann aber - wie hier in so einem Thread - gerade den schriftstellerischen Nachwuchs AUSDRÜCKLICH vor dem Verlaß auf so ein inhomogenes Konstrukt wie wikipedia warnen. Bei diesem online-Lexikon ist mir weder die Motivation noch die Fachlichkeit der Autoren irgendwo nachvollziehbar. Soviel ist mir meine schriftstellerische Ehre dann doch noch wert.

@ Horst Dieter

Ich weiß nicht, was das jetzt wieder soll? Da ich männlich bin, kann ich keine Informatikerin sein - und außerdem gab es zu meiner Zeit das Studienfach noch gar nicht. Meine jetzige Frau hat Informatik studiert, und ein paar andere Fächer - Physik, Elektrotechnik, Medizintechnik... so 18 Semester insgesamt . Und es gab zu ihren Zeiten wohl auch schon wikipedia...und das war einfach nur "Sch..." - Mist war nur eine freundliche Umschreibung von mir... Auf so etwas sollte sich kein angehender Wissenschafter stützen...

Meine Zeiten als "Mathe-Olympionik" - so hieß das damals - sind schon fast ein halbes Jahrhundert vorbei. Der Astrophysiker Prof. Treder aus Jena wollte mich unbedingt haben - das ging aus politischen Gründen nicht. Da widmete ich mich wieder meinem zweiten "Steckenpferd", der Archäologie. Schon als Schüler war ich in einem Museum tätig - Ferienarbeit - und habe auch an Ausgrabungen teilgenommen. Nachdem ich von der DDR-Bildung ausgeschlossen wurde, war ich jahrzehntelang (ehrenamtlicher) Bodendenkmalpfleger.

Meine Comilitonen hingegen haben sich auf den DDR-Unis in dieser Zeit dressiren, verbilden, verbiegen und verblöden lassen - typisches Beispiel: Kanzler Merkel. ich habe mich zu nichts verblöden lassen. Entsprechend ist auch meine Achtung vor den "Parasiten der Macht", den intellektuellen Verrätern.

aham
Thema: Wikipedia ist da, wenn Ihr sie braucht, jetzt werdet ihr gebraucht!
aham

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23.02.2010 22:08 Forum: Infostand (öffentl. Forum)


@ Ulli

Ich bin hier im Forum wegen meiner Schriftstellerei, die ich schon seit Jahrzehnten betreibe, und weswegen ich aktenkundlich nachweislich auch in mehreren Bezirken der DDR- Schwerin, Halle und Magdeburg- durch die Stasi verfolgt wurde, mit so illustren Etiketten wie Kritiker, Verweigerer, Schreiber, Asket etc. versehen. Aus dem Bezirk Dresden sind nur die Kopien des MfS Halle erhalten, z.T. auch Blätter, welche in Halle nicht mehr zu finden sind. Dafür haben die Dresdner die Dokumentation ihrer eigenen Verfolgungsmaßnahmen bis auf das letzte Blatt vernichtet (beispielsweise hat man mir in Dresden damals jede Arbeitsgelegenheit zunichte gemacht, so schlimm war kein anderer Bezirk - offenbar hatte man in Dresden mehr als genügend politische Gegner und wollte eine "feindlich-negative Person" wie mich nicht auch noch dort haben - da man nicht einfach ein "Verbot" wie bei Berlin aussprechen konnte, wurde eben die Arbeit unmöglich gemacht - und es gab keinen Zuzug!).

Als verfolgter Schriftsteller habe ich durchaus das Recht, an einem Autoren-Forum teilzunehmen. Da ich es durch die Stasi gewöhnt war, jahrzehntelange Geduld bei meinen Manuskripten zu üben, kommt es mir also auf ein paar Jahrzehntchen auch nicht an. Anfangs hatte ich bei diesem Forum den Eindruck, hier vielleicht das eine oder andere Stück vorstellen zu können, ohne daß es gleich irgendwelchen Lektoren zum Fraße vorgeworfen werden muß. Die Geschichte mit habibi hat mich da aber schnell eines Besseren belehrt.

Grundsätzlich gesehen ist auch das Beste nicht gut genug für mich, da es immer noch verbessert werden kann. Das hat mich das Leben gelehrt. Vielleicht ist es aus diesem Grunde ganz gut so, daß es nichts Gedrucktes aus früheren Jahrzehnten von mir gibt. Heute erscheint mir alles sehr unwichtig, worüber ich mich damals -in der Situation der persönlichen Betroffenheit - noch sehr aufgeregt habe. Ich betrachte nur noch die wesentlichen Ereignisse.

@ Horst Dieter

Sicher wirst Du es überlesen haben - aber ich schrieb unlängst, daß ich aktuell mit der Geschichte des Elbgermanenreiches in Galizien/Nordportugal beschäftigt bin - natürlich nicht ohne die Rückbezüge in die Herkunftsgebiete der sog. Sueben. Falls es Deine Neugier befriedigen sollte: seit längerem arbeite ich schon an einer Zusammenfassung der merowingischen und karolingischen Ereignisse und ihre Auswirkungen auf unsere Heimat, aufbauend auf einer Betrachtung der Entwicklung Deutschlands in der Zeit der Germanenstämme. Hier tauchen immer wieder regionale neue Erkenntnisse auf, ohne daß diese mit der übergeordneten Ebene der Geschichtsschreibung verknüpft werden. Symptomatisch für diese Situation ist der "Atlas des mittleren Elbe- und Saalegebietes". Im wesentlichen bietet die Ausgabe von 1959 noch das Material von 1935, eine Revision ist bis heute noch nicht erfolgt. Ich erlaube mir aber den Anspruch, auf der Höhe der Zeit wenigstens in den wesentlichsten Erkenntnissen sein zu wollen. Wenn andere sich nur bewegen, wenn sie damit genügend "Kohle" machen können, ist das ihre Sache, ich warte nicht auf irgendwelche Forschungsgelder, Fördergelder, Projekte, Gehälter etc., sondern erarbeite mir mein Wissen selbständig. In der DDR mußte ich mir damals relevantes Wissen sogar gegen die Widerstände des Systems verschaffe - und habe es dann in sog. Samischdat vervielfältigt. Das war damals wichtig. Aber warum sollte ich mich heutzutage mit wikipedia "herumprügeln"? Was hätte ich davon - oder meine Frau z.B.?

aham

P.S. Ich denke, daß ich mich in meinem Leben schon länger als Du mit Sokrates beschäftigt habe - nur sind wir eben zu unterschiedlichen Interpretationen gekommen, kein Wunder - ist ja auch Philosophie, und dann wird Sokrates i. allg. als die Wegscheidung der klassischen griechischen Philosophie angesehen. Warum soll er nicht auch noch heute die Menschen in unterschiedliche Positionen polarisieren? Ich verwahre mich nochmals gegen Deine Feststellung, daß nun Deine Interpretation des Philosophen die richtige sei. Für mich ist meine die richtige, für einen anderen eine andere. (genau aus dem Grunde beschäftige ich mich jetzt auch viel lieber mit historischen Ereignissen als mit Denkmodellen...)
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